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Volksbühnen-Preis

Der neue Volksbühnenpreis für Theaterliteratur

Ausschreibung zum Download

Die Ausschreibung

Der Preis soll Nachwuchstalente dramatischer Literatur fördern und richtet sich vor allem an Studierende der Literaturinstitute, Schreibstudiengänge und Fördereinrichtungen für Dramatikerinnen und Dramatiker im deutschsprachigen Raum sowie an Bewerber:innen am Anfang ihrer Autorenlaufbahn.

Die Preisvergabe soll in einem 3 Jahre-Rhythmus stattfinden. Im ersten Jahr, Spätsommer 2024, erfolgt die Ausschreibung, im zweiten Jahr, Frühjahr 2025, die Preisverleihung im Rahmen der Ruhrfestspiele Recklinghausen und am Ende der Spielzeit 2025/26 realisiert die Partnerbühne, das Grillo-Theater in Essen die Aufführung. Die Inszenierung wird im Sommer 2026 ins Programm der Ruhrfestspiele eingeladen. Der Preis wird für den gesamten deutschsprachigen Raum, also auch in Österreich und der Schweiz, ausgeschrieben. Der Preis beinhaltet ein Preisgeld von 5.000,- €. die Preisverleihung im Rahmen der Ruhrfestspiele Recklinghausen sowie die Uraufführung des ausgewählten Stücks am Grillo-Theater Essen. Zur Betreuung der Umsetzung des Siegertextes und der Weiterarbeit an einer Endfassung im Rahmen der Inszenierung in Essen wird ein dotierter Werkauftrag erteilt.

Gesucht wird ein Bühnentext, der aktuelle Themen aufgreifend sich sozialkritisch mit gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzt und dergestalt an die Geschichte der Volksbühnenbewegung anknüpft. Mögliche Stichworte sind Partizipation/Teilhabe, Zensur/Meinungs- oder Pressefreiheit, Individuum/Masse, Umweltschutz/Wohlstand, soziale Ungleichheit u.v.m.

Die einzureichenden Texte sollen in digitaler Form vorliegen und mit einer Kurzbiographie der Autorin oder des Autors ergänzt werden. Die Bewerber:innen sollten noch am Anfang ihrer Autorenlaufbahn stehen.

Als Partner haben sich bisher, neben dem Bund Deutscher Volksbühnen, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Ruhrfestspiele Recklinghausen, das Grillo-Theater in Essen und der Suhrkamp Theater Verlag zusammengefunden.

Die Jury besteht aus fünf Personen:

  1. Regisseur/Regisseurin

  2. Dramaturgin/Dramaturg der Ruhrfestspiele Recklinghausen

  3. Dramaturgin/Dramaturg des Grillo-Theaters Essen

  4. Mitglied des Vorstands des Bund Deutscher Volksbühnen

  5. Vertreterin/Vertreter des Suhrkamp Theater Verlages

Termine:

Ausschreibung: Ab Frühjahr 2024 (läuft)

Einsendefrist: 31.10.2024

Bekanntgabe der Entscheidung der Jury: Anfang 2025

Preisverleihung im Rahmen der Ruhrfestspiele Recklinghausen: Sommer 2025

 

Einsendungen an:


Bund Deutscher Volksbühnen
c/o Verein Freie Volksbühne Köln
Colonia-Haus
Aachenerstrasse 5
50674 Köln

Mailadresse: vorstand@bund-deutscher-volksbuehnen.de

 

Wer wir sind – Die Geschichte der Volksbühnen

Es begann mit der Gründung einer Theaterbesucherorganisation aus einem Kreis von Regisseuren und Literaten 1890 in Berlin, die als eingetragener Verein die Möglichkeit hatte, die herrschenden Zensurgesetze mit selbst in Auftrag gegebenen Inszenierungen in geschlossenen Aufführungen zu umgehen. Zu bezahlbaren Eintrittspreisen sollten einer breiten Publikumsschicht insbesondere aus der Arbeiterschaft aktuelle Themenstellungen, klassische Bildung und gehobene Unterhaltung nahegebracht werden. Während im europäischen Ausland in Paris („Theatre Libre“) oder London („Independent Theatre“) bereits sozialkritische Stücke, zum Beispiel von Henrik Ibsen, aufgeführt wurden, konnten in Deutschland die Stücke der neuen literarischen Bewegung des Naturalismus nicht auf die Bühne gebracht werden. Mit den vereinseigenen Vorführungen konnte die Volksbühne zeitgenössische Autoren unterstützen und so zum Förderer der neuen Dramatik werden. Das Schaffen des jungen Schriftstellers und Dramatikers Gerhart Hauptmann ist untrennbar mit der Volksbühnenbewegung verbunden; sein Werk „Vor Sonnenaufgang“ wurde am 9. November 1889 uraufgeführt. Darüber hinaus wurden u.a. Werke von Henrik Ibsen, Lew Tolstoi, Nikolai Gogol, Ludwig Anzengruber, Arno Holz und Johannes Schlaf gezeigt.

Nach dem 1. Weltkrieg dehnte sich die Volksbühnenbewegung auf ganz Deutschland aus. In den 1920er Jahren gehörte ein Netz von rund 300 Vereinen dazu. Nun arbeiteten die Vereine auch mit öffentlichen Theatern zusammen. Aktuelle Theaterliteratur zu fördern, blieb immer ein Anliegen der Volksbühnen. Seit 1920 erschienen die „Dramaturgischen Blätter“, 1924 wurde sogar ein Volksbühnenverlag gegründet, der Klassiker-Ausgaben und Stücke junger Autorinnen und Autoren publizierte. Dass sich das deutsche Theaterwesen in den 1920er Jahren neu orientierte, ermöglichten und begleiteten die Volksbühnen maßgeblich. 1933 erzwangen die Nationalsozialisten die Auflösung der Volksbühnenvereine und vereinnahmten sie in ihrem Reichsbund „Deutsche Bühne“. Nach dem 2. Weltkrieg gründeten sich zahlreiche Volksbühnen neu und bemühten sich erneut um zeitgenössische Theaterliteratur.

Der alte Preis

Anlässlich des 90. Geburtstags von Gerhart Hauptmann am 15. November 1952 initiierte die Berliner Volksbühne einen Literaturpreis. Die Namensgebung „Gerhart-Hauptmann-Preis“ war eine Referenz an den Autor und Nobelpreisträger des Jahres 1912. Die Namen der Preisträgerinnen und Preisträger sind beachtlich: Martin Walser, Tankred Dorst, Peter Handke, Rainer Werner Fassbinder, Siegfried Lenz, Friedericke Roth, Peter Turrini, um nur einige zu nennen. Ab 1975 wurde der Preis nur alle zwei Jahre verliehen. 1996 wurde die viel beachtete Auszeichnung vorläufig zum letzten Mal vergeben. Der „Bund Deutscher Volksbühnen“ möchte an die Tradition dieses Preises anknüpfen und eine Auszeichnung für „Szenisches Schreiben“ ausloben, die nicht von einer einzelnen Volksbühne vergeben wird, sondern vom bundesweiten Zusammenschluss.